| Investitionsphase
Wer nicht sät, wird nicht ernten! Ist diese Bibelweisheit auch eine Börsenweisheit?
Viele Politiker meinen, dass Kapitalgewinne hoch versteuert werden müssen, weil hier
geerntet wird, was nie zuvor gesät wurde. "Ihr säet nicht und erntet doch" trifft jedoch insofern nicht
auf Börsianer zu, als in der Regel nur dann eine hohe Rendite erzielt werden kann, wenn vorher ein
dementsprechend hohes Risiko eingegangen wurde. Dieses Risiko kann jedoch durch eine Streuung auf
verschiedene Anlagearten nach Aussage der modernen Portfoliotheorie reduziert werden.
So kann das Risiko eines Wertpapierdepots durch alternative Anlagearten reduziert werden,
da diese geringe Korrelationen zu Aktien oder Anleihen aufweisen. Zu diesen zählt man das Private Equity, das
in seinen frühen Phasen auch Venture Capital genannt wird. Hier wird insofern gesät, als Geld in kleine, neu
gegründete Unternehmen gesteckt wird, von denen oft noch nicht ein Keim zu sehen ist. Analog dazu wird auch
die Finanzierung einer sehr frühen Phase im Unternehmen Saatkapital genannt.
Wie in der Landwirtschaft geht diese Saat nicht immer auf. Zudem muss auch bei der Geldanlage
festgestellt werden, dass die Ernte nicht immer gleich ausfällt. Je nach Konjunkturregen oder Börsenhagel fallen
die Erntejahre für Private Equity, in denen die eingegangenen Beteiligungen wieder verkauft oder an die Börse
gebracht werden, sehr unterschiedlich aus. Eine Streuung von Private-Equity Anlagen nach Unternehmensphasen oder
Erntejahren erscheint daher sinnvoll.
Deshalb wollen wir im Rahmen dieser Depesche auf die Frage eingehen, wie das Risiko innerhalb
des Private-Equity-Bereichs gestreut werden kann, damit Sie nach der folgenden Bauernregel eine möglichst gute
Ernte einfahren können: Mairegen auf die Saaten, dann regnet es Dukaten.
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