| Die Berater
Die Beurteilung der Krise wird vom alten Management immer ungünstigen Umständen zugeordnet. Jede Krise hat einen eigenverursachten Anteil und ist die Folge von Fehlern der Vergangenheit. Die Krise hat immer innere, meist auch
äussere Ursachen. Der Gang zum Berater soll hier Transparenz bringen. Man sucht dabei immer nach der Bestätigung, dass die Ursache möglichst
äusserlich bedingt war und wie diese nun von innen bekämpft werden kann. Kluge Berater wissen das und man muss sich nicht wundern, wenn deren Aussagen oft nebulös sind. Doch kluge Berater gibt es sehr wenige. Berater rekrutieren sich oft aus eben diesen ehemaligen verkrachten Managern die ebenfalls im WildWestStil auf der Suche nach neuen Klienten durch die Lande ziehen. Sie leben von einer
grossen Sammlung von Rezepten, welche sie im Laufe ihrer Tätigkeit bei vielen Firmen zusammen getragen haben und immer wieder versuchen an den Mann zu bringen. Statt Rat kommen oft Tat und Entscheidungsvorschläge, die von vielen Managern noch gewünscht werden. Im Erfolgsfall des Vorschlags steckt man die Entscheidung dann an die eigene Brust im anderen Fall auf die des Beraters.
Wenn es in einem Unternehmen nicht mehr klappt, so liegt es meist am Konzept. Viele Firmen wissen gar nicht mehr was ihr Konzept ist und machen einfach das was sie tun, weil sie es immer schon so gemacht haben nur immer halt immer mehr und immer besser. Da darf man sich dann nicht wundern wenn das Konzept nicht mehr aufgeht. Auf der Suche nach einem neuen Konzept, braucht der Unternehmer Rat. Wenn er sich dann an den Berater wendet, so ist dieser gefordert mit Konzept und nicht mit Rezept zu kommen. Rezepte sind Mosaiksteine die in andere Bilder vielleicht gepasst haben. Kreative Berater müssen eigene Bilder und Visionen für das Unternehmen aufzeichnen helfen und dem Unternehmer bei der Findung des neuen Konzeptes dienen. Der Berater darf als externer Fachmann kein reiner rationaler Analytiker sein. Er sollte vor allem auch ein Coach sein, der den verantwortlichen Manager und dessen Unternehmen mit Rat wieder in das Gleichgewicht bringt.
Grundsätzlich gilt jedoch: Der Berater heisst Berater, weil er beraten und nicht entscheiden soll, sonst
hiesse er Entscheider. Entscheiden muss aber der Unternehmer, denn der alleine trägt die Verantwortung. Brillante Berater werden kaum den Auftraggeber dazu zwingen, sich selbstkritisch mit der eigenen Person auseinander zu setzen. Deshalb rentiert das Engagieren eines Beraters letztlich nur dann, wenn man bereit ist sich selbstkritisch mit eigenen Entscheidungen der Vergangenheit auseinander zusetzen, aus gemachten Fehlern zu lernen und sich selbst in Frage zu stellen.
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